Epitaph zu Bowies Todestag

Am 10. Januar jährte sich zum dritten Mal der Todestag von David Bowie, dessen Musik mich über Jahrzehnte begleitet hat. Kaum ein Künstler hat mich je mehr beeindruckt, kaum eine Nachricht hat mich je mehr erschüttert als die vom plötzlichen Tod des „Thin White Duke“. Und nie hat mich ein Album tiefer vor einem Künstler verneigen lassen als Bowies Schwanengesang „Blackstar“, auf dem er sein eigenes Sterben so genial verarbeitet hat, dass es mir bei jedem Hören den Atem raubt, allen voran der geniale, mich stets todtraurig stimmende Song „Lazarus“.

Hier meine lyrische Hommage an den einzigartigen, schmerzlich vermissten Bowie, von meinem Künstlerfreund Raimund Spierling in gleich zwei Collagen verewigt.

Alter Egos
Dedicated to David Bowie

Der Mann,
der uns zufiel
vom Himmel,
von einem anderen Stern,
hat viele Gesichter und Stile
und noch mehr Stimmen,
die von allen Künsten
die der Wandlung
als göttlichste besingen.

Metamorphes Wesen,
dem alle Masken,
Kleider, Lieder passen,
in das es schlüpft,
um Figuren
zu erschaffen,
die ihre Existenz
nur einer Macht
unterwerfen
bis zum Freitod:
Rock and Roll.

Die letzte Häutung
wird sein Werk,
seine Gestalt
vollenden
zum Sternenstaub,
der seinen Namen
trägt.

Ein endloses
Glitzern am Firmament,
das jeden erstrahlen lässt,
der es bewundert,
in Helden verwandelt
für mehr als einen Tag.

http://www.spierlingart.com/unplugged/